Forschung zu Herausforderungen
in
kommunalen Konflikten

Komplexe gesellschaftliche Zusammenhänge erfordern wissenschaftlich durchdachte Herangehensweisen. Um die unterschiedlichen Konfliktlagen in Kommunen konstruktiv bearbeiten zu können, unterstützen Erkenntnisse aus der Forschung. Das Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung arbeitet mit verschiedenen Forschungsinstituten zusammen, so dass eine hohe Qualität von Beratung aufrechterhalten werden kann. Der Austausch mit den wissenschaftlichen Partner*innen auf Fachtagungen und im Beirat trägt zur Weiterentwicklung der Kommunalen Konfliktberatung bei.

Forschungsprojekte

Transnationale Identitätsnetzwerke in der Bangladesch-Diaspora und Integration

Die Gründe für den Anstieg der internationalen Migration sind vielfältig. Dazu gehören u.a. gewaltsame Konflikte, der globale Arbeitsmarkt, Armut und Umweltzerstörung. Deutschland ist eine Einwanderungsgesellschaft, in der sich ständig neue soziale, kulturelle, religiöse oder politische Gruppen und Identitäten bilden. Ein erweiterter Integrationsbegriff bezieht sich nicht mehr nur auf die Eingliederung von Neuzugewanderten in die Gesellschaft, sondern auf die Einbeziehung aller gesellschaftlichen Gruppen in eine plurale Demokratie.

In einer Einwanderungsgesellschaft entstehen neue, oft auch international vernetzte Formen der Selbstorganisation von alten und neuen Migrant*innengruppen. Familien- und Freundschaftsstrukturen, private Finanztransfers, kontinuierliche Reisetätigkeit, Vereinsgründungen und Kommunikationstechnologien des Internets sind konstitutive Elemente dieser Selbstorganisation und der damit verbundenen transnationalen sozialen Identitätsnetzwerke. Insbesondere Städte und Gemeinden erleben diese auf lokaler Ebene. Diese Art der Identifikation und Organisation wird in der wissenschaftlichen Analyse auch als Diaspora bezeichnet. Diese Netzwerke beruhen auf konkurrierenden oder sich gegenseitig ergänzenden kulturellen, politischen und religiösen Weltanschauungen.

Das Forschungsprojekt „Transnationale Identitätsnetzwerke in der Bangladesch-Diaspora und Integration“ untersucht diese Organisationen und Identitätsnetzwerke in Diaspora-Gruppen am Beispiel der Diaspora-Communities Bangladeschs in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Analysiert werden die internen soziokulturellen und politischen Dynamiken in diesen Gruppen, die Wahrnehmung und Bewertung der soziokulturellen und politischen Entwicklungen dieser Communities in den jeweiligen Gesellschaften sowie die vielfältigen Auswirkungen staatlicher Integrationsmaßnahmen auf diese Dynamiken im kommunalen Kontext. Berücksichtigt werden auch die spezifischen Migrations- und Integrationserfahrungen von seit mehreren Jahrzehnten bestehenden Diasporagruppen, von neu zugewanderten Migrant*innen mit unterschiedlichen beruflichen Qualifikationen und Formen der beruflichen Selbständigkeit sowie von Studierenden und politisch Verfolgten.

Die Herausforderungen und Chancen auf kommunaler Ebene, die sich im Zusammenhang mit den Diaspora-Communities Bangladeschs zeigen und bieten, sollen im Rahmen der Zusammenarbeit mit dem Projekt „Herausforderungen gesellschaftlicher Integration gemeinsam verstehen und bearbeiten“ analysiert und zur Diskussion gestellt werden. Das Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung koordiniert diese Zusammenarbeit. Den Beteiligten aus Diaspora, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sollen Erkenntnisse zur Verfügung gestellt werden, die nachhaltige Teilhabe und konstruktive Konfliktbearbeitung fördern.

Das Forschungsprojekt wird durch Mittel des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds der EU-Kommission (2019-2022) kofinanziert und basiert auf einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Center for Asian and Transcultural Studies (CATS) der Universität Heidelberg (vertreten durch Prof. Dr. Hans Harder/Südasien-Institut und Prof. Dr. Anja Senz/Institut für Sinologie) mit dem Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung des Vereins zur Förderung der Bildung – VFB Salzwedel e.V.

Kontakt:

Dr. Dieter Reinhardt (dieter.reinhardt@sai.uni-heidelberg.de) und

Azizur Rahman Khan (khan.konfliktberatung@vfb-saw.de)

Projektkoordination: Prof. Dr. Hans Harder und Dr. Dieter Reinhardt

Laufzeit: 2019-2022

 

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Asyl-, Migrations- und Integrationsfonds kofinanziert.